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19.12.2020, 14:08 Uhr
Medizinische Kapazitäten in Brandenburg müssen besser genutzt werden
Lungenfachkliniken müssen als Covid-Krankenhäuser geführt werden
Die Zahl der Coronainfizierten im Land Brandenburg befindet sich derzeit auf einem Höchststand, ein Rückgang ist nicht absehbar. Mit der Zahl der Infizierten steigt auch die Zahl der an Covid-19 Erkrankten sowie derer, die intensivmedizinisch betreut oder beatmet werden müssen. 
Die Überlebenschancen von beatmeten Covid-19-Patienten verbessern sich deutlich, wenn diese nichtinvasiv beatmet werden. Diese Form der Beatmung erfordert eine besondere technische Ausstattung und viel Erfahrung. Diese Expertise haben insbesondere die Lungenfachkliniken in Deutschland. Umso weniger verständlich ist es, dass ausgerechnet diese Experten in der Behandlung von schweren Covid-19-Verläufen nicht als Covid-Krankenhäuser geführt werden. Bei diesen Spezialkliniken handelt es sich in vielen Bundesländern meist um kleine Fachkrankenhäuser. Für diese gilt die Freihaltepauschale des zweiten Rettungsschirms für Krankenhäuser nicht. Ohne diese Freihaltepauschale ist es aber unter Pandemiebedingungen nicht möglich, die erhöhten personellen und technischen Aufwendungen bei der Behandlung von Covid-19-Patienten zu gewährleisten, ohne befürchten zu müssen, gegenüber anderen Kliniken wirtschaftlich benachteiligt zu werden. 

In einigen Bundesländern, wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen und Berlin, haben die Gesundheitsminister*innen dies erkannt und die Lungenfachkliniken der Notfallstufe 2 gemäß des Konzepts des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zugeteilt. Damit greift der Rettungsschirm 2 für diese Kliniken. 

„Wir fordern Ursula Nonnemacher auf, ihrer Verantwortung als Gesundheitsministerin und Ärztin nachzukommen“, so die Landesvorsitzende der CDA Brandenburg, Anja Schmollack, „unser eigenes Bundesland verfügt über Experten, die Brandenburger Covid-19-Patienten gut behandeln können. Allerdings müssen sie dafür auch die notwendige Unterstützung durch das Land erfahren und dafür müssen die Lungenfachkliniken im Land der Notfallstufe 2 zugeordnet werden.“ Anja Schmollack weiter: „Für die Bürgerinnen und Bürger unseres Bundeslandes ist es unter diesen Umständen absolut nicht nachvollziehbar, wenn medienwirksam andere Bundesländer um Hilfe bei der Behandlung von Covid-19-Patienten aus Brandenburg gebeten werden, obwohl die eigenen, etablierten Kapazitäten nicht voll ausgeschöpft werden.“